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18.07.2024

Die Kreisverwaltung Alzey-Worms informiert:

Pressemeldung vom 17.07.2024

Afrikanische Schweinepest soll mit Hilfe von Zaun eingedämmt werden

Damit sich die Tierseuche Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht weiter ausbreitet, wird das Umweltschutzministerium den Kreisen Alzey-Worms und Mainz-Bingen einen Elektrozaun zur Verfügung stellen. So soll verhindert werden, dass mit ASP infizierte Tiere weiter abwandern.
In den vergangenen Tagen sind im Gebiet des Landkreises Alzey-Worms und im Landkreis Mainz-Bingen mehrere Wildschweinkadaver gefunden worden, die nachweislich mit der Afrikanischen Schweinepest infiziert sind. Die Landkreise Alzey-Worms und Mainz-Bingen arbeiten derzeit gemeinsam mit der Jägerschaft und den Landwirten intensiv daran, nach Wildschweinkadavern in den betreffenden Gebieten zu suchen und eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. „Ich danke der Jägerschaft herzlich für ihre Unterstützung bei der Fallwildsuche und für das Verständnis bezüglich des zunächst geltenden Jagdverbots in der infizierten Zone, über das weiter intensiv beraten wird, betont Landrat Heiko Sippel. Auch eine Leinenpflicht für Hunde gelte in diesem Bereich.
„Um die Schäden in der Landwirtschaft möglichst gering zu halten und Einschränkungen für alle Bürgerinnen und Bürger auf ein erforderliches Minimum zu reduzieren, ist es wichtig, dass wir alles daransetzen, dass sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht weiter ausbreitet. Mithilfe eines mobilen Elektrozauns, den das Umweltministerium bereits vor Jahren für den Seuchenfall angeschafft hat, wollen wir verhindern, dass infizierte Tiere weiter abwandern, womit sich das Restriktionsgebiet ausdehnen würde", so Umweltministerin Katrin Eder. Der Zaun ist damit ein weiterer wichtiger Faktor unseres Maßnahmenbündels. Nachdem in den letzten Tagen ein über 4700 Hektar großes Gebiet mittels Drohnen und Kadaverspürhunden in der infizierten Zone der Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms abgesucht wurde, kann jetzt die B9 bzw. die unmittelbar im räumlichen Kontext liegende Bahnstrecke als Abgrenzung genutzt werden, um die Verbreitung des Virus aus der Kernzone möglichst zu verhindern", so Eder. Der Zaun berücksichtigt dabei die Wanderbewegung der Wildschweine.

Der Zaun wird auf einer Länge bis zu 30 Kilometer in der Nähe der B9 bzw. der Bahntrasse gestellt. Die genaue Streckenführung kann noch nicht angegeben werden. Ist alles geklärt, können in zwei bis drei Tagen rund 20 Kilometer Zaun aufgestellt werden. Dieser wird dann täglich auf etwaige Schäden überprüft. Über den genauen Zeitpunkt zum Start des Zaunbaus wird rechtzeitig informiert.

Die Tierseuche ist für Menschen ungefährlich, allerdings für Haus- und Wildschweine hoch ansteckend und meist tödlich. Wird der Erreger eingeschleppt, verursacht dies hohe ökonomische Schäden in der Landwirtschaft und bringt ein großes Leiden für die Tiere mit sich.

„Jede und jeder kann dazu beitragen, dass sich die Afrikanische Schweinepest nicht weiter ausbreitet. Deshalb appelliere ich, Speisereste nicht in der Landschaft und nur in Abfallbehältnissen mit Deckel zu entsorgen, damit Wildschweine diese nicht fressen können. Das gilt nicht nur für die Restriktionszonen in den Kreisen Alzey-Worms und Mainz-Bingen, sondern generell. Denn auch aus anderen betroffenen Gebieten weltweit kann das Virus weiterhin eingeschleppt werden“, so Eder angesichts der Ferienzeit, die mit einem erhöhten Reiseaufkommen verbunden ist. Die Tierseuche kann durch infizierte Wurst- und Fleischreste, mitgebrachte Souvenirs oder Jagdtrophäen eingeschleppt werden. Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest ist extrem widerstandsfähig und sowohl in rohem Fleisch als auch in gepökelten oder geräucherten Fleischwaren, wie Schinken und Salami, über mehrere Wochen und Monate überlebensfähig, in tiefgefrorenem Fleisch kann der Erreger sogar jahrelang überleben.

Weitere aktuelle Infos auf der Homepage des Landkreises Alzey-Worms unter www.kreis-alzey-worms.de.

Pressemeldung vom 10.07.2024

Erster bestätigter Fall von Afrikanischer Schweinepest in Rheinland-Pfalz

ASP Ausbruch im Kreis Alzey-Worms durch das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt – Weiterer Verdachtsfall im Kreis Mainz-Bingen

Die Afrikanische Schweinepest (kurz: ASP) hat Rheinland-Pfalz erreicht. Bei einem der Wildschweine das am 6. Juli in Gimbsheim im Landkreis Alzey-Worms gefunden wurde, ist auch die Bestätigungsuntersuchung des Friedrich-Loeffler-Instituts positiv. Die erste Beprobung vom 8. Juli durch das Landesuntersuchungsamt (LUA) war bereits positiv.

Die Kreisverwaltung Alzey-Worms hatte unverzüglich die Ermittlungen zu den tot aufgefundenen Wildschweinen aufgenommen und bereits eine Expertenfachgruppe auf Kreisebene einberufen.

Derweil gibt es einen weiteren ASP-Verdachtsfall nach Erstuntersuchung durch das Landesuntersuchungsamt bei einem toten Wildschwein in Oppenheim aus dem Landkreis Mainz-Bingen. Damit wäre möglicherweise der zweite Landkreis in Rheinland-Pfalz betroffen. Der Landkreis lag bereits innerhalb der Restriktionszone nach den ersten ASP-Funden in Hessen. Innerhalb des Kreises wird ebenfalls nach Wildschweinkadavern mit ausgebildeten Suchhunden und Drohnen mit Wärmebildkameras gesucht.

Innerhalb der Restriktionszone bestand bereits ein Jagdverbot und Leinenpflicht für Hunde (vor allem in der Nähe des Rheins, wo es große Schwarzwildpopulationen gibt), um die Wildschweine nicht aufzuhetzen und zu vertreiben.

Hintergrund

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche bei Haus- und Wildschweinen. Sie wird durch ein Virus hervorgerufen. Die Tierseuche ist durch eine hohe Krankheits- und Sterblichkeitsrate gekennzeichnet. Als Überträger der ASP sind erkrankte Schweine, aber auch virushaltige Tierkadaver sowie Schlacht- bzw. Speiseabfälle anzuführen.

Die klinischen Anzeichen sind unspezifisch und umfassen hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Atemwegs- und Magen-Darm-Probleme, Zyanosen (insbesondere bei Erregung), Festliegen, aber auch perakute Todesfälle. Die klinischen Symptome lassen sich nicht von denen der Klassischen Schweinepest unterscheiden. Impfstoffe existieren derzeit nicht.

Eine Gefahr der Übertragung auf den Menschen und andere Tierarten besteht jedoch nicht. Diese können aber als Überträger, sogenannte Vektoren, fungieren.

Hunde müssen dringend angeleint werden.

Pressedienst MINISTERIUM FÜR KLIMASCHUTZ, UMWELT, ENERGIE UND MOBILITÄT



Aktuelle und weiterführende Informationen können Sie auch der Homepage der Landkreise sowie des Umweltministeriums entnehmen:

https://www.kreis-alzey-worms.de/afrikanische-schweinepest/

https://mkuem.rlp.de/themen/tiere-und-tierwohl/tiergesundheit-tierseuchenbekaempfung/afrikanische-schweinepest-asp

https://www.mainz-bingen.de/de/afrikanische-schweinepest.php




Tiergesundheitliche Allgemeinverfügung

Die Tiergesundheitliche Allgemeinverfügung können Sie hier einsehen (Version 11.07.2024)