Hiwweltour
Dorschberger Hohl
Haar-Pfriemengras (Süßgras)
Wuchshöhen von 40 bis 80 Zentimeter in Horsten wächst, flaumig behaart. Braucht basenreiche, stickstoffarme Sand-, Löss- oder Steinböden[2], steht streng unter Naturschutz.
Ökologie
Die Blütezeit liegt zwischen Juli und August.[1]
Die Früchte werden durch den Wind ausgebreitet und bohren sich dann bei Wasseraufnahme durch eine Drehbewegung der Grannen selbst in den Boden, es sind also sogenannte „Bohrfrüchte“. Wurzelt tief.
Die derben Blättchen rollen sich bei Verdunstung ein.
Vorkommen und Gefährdung
in Südwest-, Mittel- und Osteuropa sowie in Asien bis ins nördliche China und in den Himalaja vor. In Mitteleuropa ist es meist sehr selten zu finden, kommt es nur an den trockensten und wärmsten Stellen (einmalig in RHH in Alsheim) in schütteren Trockenrasen vor und bildet an seinen Standorten kleine, aber auffällige Bestände. Diese wärmeliebende Pflanzengesellschaft erreicht hier die Westgrenze seiner Verbreitung1]


Steinkaut
Historisches
Ab Mitte des 19. Jahrhunderts löste der wirtschaftliche Aufschwung in Rheinhessen einen Bauboom in Alsheim aus. Modernisierung der Agrarwirtschaft, Ausbau von Weinbau und Viehhaltung sowie der Eisenbahnanschluss steigerten Einkommen und Nachfrage nach Baumaterialien erheblich.
Antriebskräfte des Wandels
• Einsatz künstlicher Dünger erhöhte Erträge und erweiterte das Anbausortiment.
• Verbesserte Bodenfruchtbarkeit erlaubte Betriebsvergrößerungen, besonders im Weinbau.
Der Anschluss an die Eisenbahn verkürzte Transportwege, senkte Kosten und erleichterte den Zugang zu urbanen Absatzmärkten.
Steinbruchbetrieb in der Steinkaut
Die tertiären Kalksteinablagerungen westlich von Alsheim bildeten seit jeher eine wichtige Baustoffquelle. Ab 1875 arbeiteten hier sechs Steinbrecher mit Gehilfen, um Kalksteine zu gewinnen. Ein Teil der Steine wurde in Kalköfen in der Gemarkung zu Calciumoxid (CaO) gebrannt:
• Im Bauwesen als Bindemittel für Mörtel und Putz
• In der Landwirtschaft zur Bodendüngung und pH-Wert-Regulierung
Die Qualität des Steins prägte das Ortsbild nachhaltig und ermöglichte den Bau zahlreicher Scheunen und repräsentativer Wohnhäuser. Auch Kirche und Mühlengebäude tragen das regionale Material in ihren Mauern.
Woher kommt der Stein?
Nach der ersten subtropischen Meeresüberflutung im Mainzer Becken vor 30 Mio. Jahren und einer Verlandung vor 25 Mio. Jahren erfolgte ein weiterer Meeresvorstoß, in der sich von rund 24 bis 20 Mio. Jahren geschichtete Flachwasserkalke und massige Algenriffkalke bildeten. Fossilien wie Wattschnecken, Muscheln und Schnecken belegen die flachen Lagunenverhältnisse.
Während der Eiszeit (2,6 Mio.-12 000 J.) entstand darüber eine Lössabfolge aus gefriergetrocknetem Schlick der Überflutungsebenen und Rheinschottern, vom Wind als Staub verfrachtet. In historischer Zeit wurden in der Steinkaut diese Hydrobienkalke (heute Wiesbaden-Formation genannt) als Naturwerkstein abgebaut.
Die über den Kalksteinen lagernde Löss-Abfolge entstand während der Kaltzeiten des Eiszeitalters zwischen 2,6 Mio. und 12 Tausend Jahren. Der Löss im Mainzer Becken stammt aus dem gefriergetrockneten Schlick der Überflutungsebenen und aus den Schotterfluren des eiszeitlichen Rheins. Das staubfeine Material wurde von Stürmen aufgenommen und über die Landschaft geweht.
Erhalten gebliebenes Relikt und heutige Nutzung
Der Lösslehm war ein geeigneter Rohstoff zur Herstellung von Ziegelsteinen. Diese waren günstiger herzustellen und leichter zu verarbeiten.
Die Backsteine/ Ziegelsteine verdrängten ab den 1860er Jahren den Kalksteinabbau, der daraufhin zum Erliegen kam.
Erhalten blieb die steil aufragende Wand des ehemaligen Steinbruchs; an ihrem Fuß erstrecken sich Weinberge in der Abraumzone, während angrenzende Flächen als Biotop und Wildruhezone geschützt sind und so Natur- und Kulturlandschaft vereinen.
Verhaltensregeln
• Bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen.
• Halten Sie Hunde an der Leine und vermeiden Sie Lärm.
• Hinterlassen Sie keinen Müll
*Quellen: Dr. Gunter Mahlerwein : Alsheim HALASEMIA- Geschichte eines rheinhessischen Dorfes, Band2
*Text: Sigrid Krebs (Touristik-und Kulturverein der Verbandsgemeinde Eich e.V.)
Dr. Winfried Kuhn, Landesamt für Geologie und Bergbau

