Ein außergewöhnliches Bild bot sich vom 16. bis 19. September 2026 am Pfarrwiesensee in Gimbsheim. Im Rahmen der Bundeswehr-Großübung „Badischer Sturm 2026“ führte das ABC-Abwehrregiment 750 „Baden“ dort einen mehrtägigen Übungsabschnitt zur mobilen Trinkwasseraufbereitung durch.
Die ABC-Abwehrkräfte trainierten am Pfarrwiesensee die Gewinnung und Aufbereitung von Wasser unter einsatznahen Bedingungen. Zum Einsatz kam dabei eine leistungsfähige mobile Trinkwasseraufbereitungsanlage.
Trinkwasseraufbereitung unter Einsatzbedingungen
Eine zuverlässige Versorgung mit Trinkwasser ist eine wesentliche Voraussetzung für länger andauernde Einsätze. Stehen vorhandene Versorgungsstrukturen nicht zur Verfügung oder kann vorhandenes Rohwasser nicht unmittelbar genutzt werden, ermöglichen mobile Anlagen die Wasseraufbereitung direkt vor Ort.
Der Pfarrwiesensee bot geeignete Bedingungen, um die dafür erforderlichen Abläufe praxisnah zu trainieren. Dabei ging es nicht nur um den eigentlichen Aufbereitungsprozess. Auch die Einrichtung des Einsatzortes, die Wasserentnahme, der Betrieb und die Überwachung der Anlage sowie die dazugehörige Logistik waren Bestandteil des Übungsgeschehens.
Die eingesetzte Anlage arbeitet nach dem Prinzip der Umkehrosmose und kann bis zu 8.000 Liter Wasser pro Stunde aufbereiten.
Die Wasseraufbereitung gehört zum besonderen Fähigkeitsspektrum der ABC-Abwehrtruppe. Im Rahmen der Großübung „Badischer Sturm 2026“ wurden diese und weitere Fähigkeiten des ABC-Abwehrregiments 750 „Baden“ unter möglichst realitätsnahen Bedingungen trainiert.
Ortsgemeinde als Ansprechpartner der Bundeswehr
Für die Ortsgemeinde Gimbsheim war Ortsbürgermeister Matthias Klös während des gesamten Übungszeitraums Ansprechpartner der Bundeswehr vor Ort. Damit bildete er die Schnittstelle zwischen der Gemeinde und den für den Übungsabschnitt verantwortlichen Kräften.
Die mehrtägige Nutzung des Bereichs am Pfarrwiesensee erforderte eine entsprechende Abstimmung zwischen der Bundeswehr und den örtlichen Verantwortlichen.
Ortsbürgermeister Matthias Klös: „Für unsere Gemeinde war es etwas Besonderes, Teil einer solchen groß angelegten Bundeswehrübung zu sein. Entscheidend war für uns eine gute und direkte Abstimmung während des gesamten Zeitraums. Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Bundeswehr verlief unkompliziert und professionell.“
Wehrleitung und Wehrführungen der VG Eich informieren sich
Auch bei den Feuerwehren der Verbandsgemeinde Eich stieß der Übungsabschnitt auf großes fachliches Interesse. Wehrleiter Stefan Ritter sowie Vertreter der Wehrleitung und der Wehrführungen der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Eich besuchten die Trinkwasseraufbereitungseinheit am Pfarrwiesensee und informierten sich über die eingesetzte Technik und die Arbeitsweise der Soldatinnen und Soldaten.
Der fachliche Austausch zeigte dabei auch Berührungspunkte zwischen militärischer und ziviler Gefahrenabwehr – insbesondere in den Bereichen Wasserversorgung, Logistik und der Bewältigung außergewöhnlicher Einsatzlagen.
Wehrleiter Stefan Ritter: „Durch die Lage der Übungsstelle im Gebiet der Verbandsgemeinde Eich ergab sich für uns die Gelegenheit, die Fähigkeiten und Abläufe einer solchen Einheit aus nächster Nähe kennenzulernen. Der Austausch mit anderen Organisationen innerhalb der Gefahrenabwehr ist für den Brand- und Katastrophenschutz besonders wichtig.“
Eine besondere Verbindung zu genau dieser Einheit hat Thorsten Weimper, stellvertretender Wehrleiter und Wassermeister. Weimper war während seiner Bundeswehrzeit selbst Mitglied dieser Trinkwasseraufbereitungseinheit und kennt deren Aufgaben und grundlegende Abläufe daher aus eigener Erfahrung.
Thorsten Weimper: „Für mich war es etwas Besonderes, genau diese Einheit wieder im Einsatz zu erleben und zu sehen, wie sich Technik und Verfahren weiterentwickelt haben.“
Nach vier Tagen zurück in den Verfügungsraum
Vom 16. bis 19. September 2026 war der Pfarrwiesensee Teil des Übungsgeschehens von „Badischer Sturm 2026“. Neben der eigentlichen Wasseraufbereitung gehörten der Aufbau, der Betrieb und schließlich der vollständige Rückbau des Standortes zum Übungsauftrag.
Nach Abschluss des Übungsabschnitts am 19. September wurde die Trinkwasseraufbereitungsanlage zurückgebaut und das Material für die weitere Verlegung vorbereitet.
Anschließend verlegte die Einheit wieder in einen definierten Verfügungsraum, von dem aus der weitere Übungsverlauf fortgesetzt wurde. Auch die Verlegung von Personal, Fahrzeugen und Spezialgerät gehört zu einem realitätsnahen Übungsszenario und stellt die schnelle Einsatzbereitschaft der Kräfte an wechselnden Standorten auf die Probe.
Damit endete nach vier Tagen ein besonderer Übungsabschnitt in Gimbsheim. Die Trinkwasseraufbereitung am Pfarrwiesensee gewährte den örtlichen Feuerwehrführungskräften einen seltenen Einblick in eine spezialisierte Fähigkeit der Bundeswehr und verdeutlichte zugleich die Bedeutung einer leistungsfähigen und mobilen Wasserversorgung unter besonderen Einsatzbedingungen.
Freiwillige Feuerwehr VG Eich




